1880 – 1900

1899

Louise Adolpha le Beau

Louise Adolpha Le Beau – eine der wenigen Komponistinnen ihrer Epoche – wird Nachfolgerin Richard Pohls beim „Badeblatt“.

Louise Adolpha Le Beau

1898

Pablo de Sarasate

Pablo de Sarasate spielt seine „Carmenfantasie“ und die „Zigeunerweisen“ sowie Édouard Lalos „Symphonie Espagnole“ zusammen mit den Philharmonikern und GMD Hein. Das Publikum tobt.

Pablo de Sarasate

1896

Der „älteste Wagnerianer“ verstirbt in Baden-Baden

Der Musikschriftsteller Richard Pohl, enger Freund von Hector Berlioz und Franz Liszt, einer der treuesten Förderer Richard Wagners sowie einer der renommiertesten Musikschriftsteller Europas, verstirbt in hohem Alter. Über vier Jahrzehnte bestimmten sein Fachwissen und seine Netzwerke das Kulturleben Baden-Badens.

Richard Pohl

1893

Felix Mottl dirigiert die Philharmonie Baden-Baden

Felix Mottl leitete die Uraufführung des „Ring der Nibelungen“ in Bayreuth und war einer anerkanntesten Wagner-Spezialisten seiner Zeit. Häufig fand man den genialen Orchesterleiter am Dirigentenpult des damaligen Baden-Badener Klangkörpers.

Felix Mottl

1892

Ein neuer Chefdirigent für die Philharmonie

Der Dirigent Paul Hein wird aus vielen Bewerbern zum Leiter des Orchesters ausgewählt. Engelbert Humperdinck – der Komponist der Märchenoper „Hänsel und Gretel“ – kam leider nicht in die engere Wahl.

Eine der ersten Taten von Paul Hein war die Einrichtung eines Zyklus von zwölf Abonnementskonzerten im Winter unter Mitwirkung auswärtiger Künstler. Also: heute gibt es seit ungefähr 130 Jahren ein Konzertabonnement in Baden-Baden.

Paul Hein

1890

Verabschiedung von Miloslaw Koennemann

Der vieljährige Leiter der Philharmonie geht nach 33 Dienstjahren in den Ruhestand. Trotz schwerer Krankheit dirigiert Koennemann am 13. April ein spektakuläres „Abschiedskonzert“. Auf dem Programm stehen u.a. die Ouvertüre zu „König Lear“ von Berlioz, die Ouvertüre zu „Tannhäuser“ von Richard Wagner sowie das Vorspiel zur Oper „Der Bravo“ von Arthur Koennemann, seinem Sohn. Der im Städtchen äußerst beliebte Orchesterleiter stirbt im gleichen Jahr am 28. November 1890.

Zunächst leiten der Konzertmeister Gustav Krasselt und der Kapellmeister Prof. Friedrich C. Koch aus Berlin das Orchester.

Miloslaw Koennemann, erster "Meister vom Stuhl" der Freimaurerloge "Badenia zum Fortschritt"

Im September 1897

Erstaufführung des Doppelkonzertes von Johannes Brahms

Die Philharmoniker gestalten die Erstaufführung des Doppelkonzertes von Johannes Brahms mit Joseph Joachim, Violine, und Robert Hausmann, Violoncello im Weinbrennersaal. Johannes Brahms dirigiert selber im Rahmen eines von Clara Schumann organisierten Privatkonzerts im Weinbrennersaal des Kurhauses.

Joseph Joachim und Robert Hausmann

1887

1887 schrieb Clara Schumann über die Erstaufführung des Doppelkonzertes von Johannes Brahms in Baden-Baden:

„Der schöne Plan von Joachim, in Baden (wie Brahms schreibt als Nachfeier meines Geburtstags) das neue Concert von Brahms zu probieren, wird wohl ins Wasser fallen, da ich zum 18. (September), wo sie die Probe beabsichtigen, nicht dort sein kann.“

 Fünf Tage darauf:

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„Baden-Baden (im Deutschen Haus), 17. September. Die Sache mit Brahms und Joachim hatte sich zu meinen Gunsten entschieden, sie kommen hier am 20. zusammen und den 21. soll die Probe des Concerts sein. … Fahrt mit Joachim, Brahms und Hausmann (dem Cellisten) nach der Fischzucht. Abends wurde das Concert probiert und nun wurde es bei weitem klarer, und erwärmte mich ganz und gar, es ist ein ganz durch und durch originelles Werk. Morgen wollen wir es mit Orchester hören. Es ist dies Concert gewissermaßen ein Versöhnungswerk — Joachim und Brahms haben sich seit Jahren zum ersten Mal wieder gesprochen (nach der Parteinahme Brahms‘ für Amalie, von der sich Joachim hatte scheiden lassen)… den 23. September wurde das Concert mit Orchester im Kursaal probiert.

Das war eine unverhoffte Freude und ein großer Genuß; es ist doch eine ganz andere Sache noch mit Orchester. Es ist ein frisches Werk voller interessanter Motive und Durcharbeitung. Am liebsten ist mir der erste Satz, dann der letzte, das Adagio schön klingend wohl, aber nicht so recht zu Herzen gehend; interessant aber wie die anderen Sätze durch die schöne Instrumentation.

Einige störende Stellen fehlen nicht, das muß man eben mit in den Kauf nehmen. Er könnte sie leicht ändern, aber das wird er wohl nicht; es ist manchmal, als ob es ihm Vergnügen mache, dem Hörer es nicht zu wohl werden zu lassen. Nachmittags wurde für die Carlsruher, die zur Probe früh gekommen waren (Wendt, Franz Lachner, Robert Kahn, ein sehr talentvoller Komponist, zwanzig Jahre alt, aus Mannheim) etc. die Cellosonate und das Trio bei mir wiederholt — um sechs Uhr reisten Hausmann und Joachim ab. Ich fürchtete sehr für Brahms, der zurückblieb, den Katzenjammer mit uns beiden (Marie und mir) allein. Es ist furchtbar schwer, mit B. eine Unterhaltung zu führen, wenn man nicht auf das rechte Thema kömmt, und das findet man selten. 25. September — Johannes reiste heute über München nach Wien. Er schien vergnügt, zufrieden mit seinem Aufenthalt hier, hatte wohl auch alle Ursache dazu.“

1886

Franz Lachner am Dirigentenpult

Der berühmte Dirigent Franz Lachner, ein Jugendfreund Franz Schuberts und Kapellmeister der Münchner Hofoper, dirigiert das Orchester. Auch Felix Mottl – Wagners Lieblingsdirigent – leitet Aufführungen des Orchesters.

Franz Lachner

1880

Franz Liszt lädt ein

Das 17. Deutsche Tonkünstlerfest des „Allgemeinen Deutschen Künstlervereins“ findet auf Initiative von Franz Liszt, dessen Werke im Zentrum der Programme stehen, in Baden-Baden statt. Nunmehr seit 40 Jahren ist der weltberühmte Virtuose und Komponist ein treuer Gast Baden-Badens.

Alexander Borodins Endfassung seiner 2. Sinfonie wird unter Leitung von Koennemann uraufgeführt.

Franz Liszt, 1884

1878

Mark Twain

1878 bereiste Mark Twain den Schwarzwald und blieb für einige Zeit in Baden-Baden. Dort hörte er mit größtem Vergnügen die Komposition „Der Fremersberg“ des damaligen Generalmusikdirektors Miloslaw Koennemann. In seinem Buch „Bummel durch Europa“ beschreibt er seine damaligen Eindrücke:

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„Am Abend trafen wir eine große Menschenmenge in den Anlagen: sie waren gekommen, um den ‚Fremersberg‘ spielen zu hören. Das Musikstück erzählt eine der alten Legenden aus der Umgebung, nämlich wie ein bedeutender Adeliger aus dem Mittelalter hier in den Bergen sich verirrte. Er geriet in einen heftigen Sturm, bis schließlich der zarte Ton einer Glocke, die die Mönche eines Klosters zur Mitternachtsmesse rief, an sein Ohr drang. Er folgt der Richtung, aus der die Töne kamen, und wurde so gerettet. Ein wundervolles Lied war in dieser Musik, eine Melodie, die nicht aufhörte: sie war manchmal laut und streng, dann wieder so zart, daß man sie kaum hörte, aber sie war immer da … Alle diese Töne wurden mit einer wunderbaren Exaktheit von den Musikinstrumenten nachgebildet. Mehr als einer der Zuhörer öffnete seinen Schirm, wenn der Sturm losbrach und der Regen sich in Sturzbächen ergoß. Ja man musste an sich halten, wenn der Wind zu peitschen begann und die plötzlichen und so überzeugend echten Donnerschläge losgelassen wurden … Ich nehme an, der ‚Fremersberg‘ ist eine sehr mittelmäßige Musik, ja ich weiß sogar, es muß mittelmäßige Musik sein, weil sie mich so sehr entzückte, bewegte, aufregte, erhob, ja mich so mitriß, daß ich hätte schreien können mögen und ganz weg von Begeisterung war…“

1878

Deutsche Erstaufführung des „Danse macabre“ mit dem Komponisten am Dirigentenpult

Camille Saint-Saens – der Schöpfer des „Karneval der Tiere“ dirigiert in Baden-Baden die deutsche Erstaufführung seines „Danse macabre“.

Saint-Saens war übrigens ein fabelhaft vielseitiger Künstler, der sich dem hiesigen Publikum nicht nur als Orchesterleiter sondern auch als Pianist und Organist präsentierte.

Camille Saint-Saens

1877

Lichtentaler Sinfonie

Johannes Brahms beendet in Baden-Baden die Komposition seiner seine 2. (Lichtentaler) Sinfonie und spielt Clara Schumann erstmals Teile des Werkes vor.

Clara Schumann schreibt über die Entstehung des Werkes in ihrem Tagebuch im September 1877: „Johannes kam heute Abend und spielte mir den ersten Satz seiner zweiten Symphonie D-Dur vor, der mich hoch entzückte. Ich finde ihn in der Erfindung bedeutender als den ersten Satz der ersten Symphonie… auch vom letzten hörte ich einen Theil und bin ganz voller Freude darüber. Mit dieser Symphonie wird er auch beim Publicum durchschlagenderen Erfolg haben als mit der ersten, so sehr diese auch die Musiker hinreißt durch ihre Genialität und wunderbare Arbeit…“

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Und am 5. Oktober:

,,Abends saßen wir mit Johannes allein noch bei einer Flasche Champagner gemüthlich beisammen und Sonnabend den 6. ging es wirklich nach Büdesheim (wo ihre Tochter Elisa sich mit dem Kaufmann Sommerhoff verheiratete). Johannes begleitete uns nach Oos (Ortsteil von Baden-Baden), ging aber wieder zurück nach Baden, wo er seine D-Dur-Symphonie fertig aufschreiben will.“

Und in einem Brief an Herrmann Levi in Karlsruhe schrieb sie am 24. September 1877:

„… Brahms ist in guter Stimmung, sehr entzückt von seinem Sommeraufenthalt, und hat, im Kopfe wenigstens, eine neue Symphonie in D-Dur fertig — den ersten Satz hat er aufgeschrieben — ganz elegischen Charakters.“

Noch 1889 besuchte Johannes Brahms Clara Schumann in Baden-Baden aus Anlass ihres 70. Geburtstages.

Johannes Brahms

1877

Johannes Brahms am Dirigentenpult der Philharmonie

Johannes Brahms dirigiert seine „Haydn-Variationen“ und einige der ungarischen Tänze in einem Benefizkonzert für das Orchester. Einen spätes „Dankeschön“ für diese noble Geste.

Ein Blick in die Wohnung von Johannes Brahms in Baden-Baden

1875

Adolf Jensen – Klaviervirtuose, Komponist und Romantiker

Adolf Jensen verbrachte die letzten Jahre seines Lebens in Baden-Baden. Bereits zu Lebzeiten schätzte man den genialen Pianisten (Schüler von Franz Liszt) wegen seiner Liedkompositionen als designierten Nachfolger Robert Schumanns. Wir haben einige seiner wenigen erhaltenen Orchesterkompositionen in weltweiter Erstaufnahme auf CD aufgenommen.

Zeitgenossen über Adolf Jensen:

Der Musikkritiker und Komponist Ludwig Ehlert (Schüler von Robert Schumann) schrieb über Adolf Jensen:

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Der Musikkritiker und Komponist Ludwig Ehlert (Schüler von Robert Schumann) schrieb über Adolf Jensen:

„Das Jahr, das ich mit Jensen zusammen in Baden-Baden verlebte, gehört zu meinen liebsten Erinnerungen. Man war mit ihm in so unglaublich reiner Atmosphäre. Ich glaube, daß er das wirklich Gemeine kaum jemals ganz begriffen hat, obwohl es an geeigneten Studienköpfen in unserer nächsten Nähe nicht fehlte. Alles an dem Manne war schön und wohlwollend. Ich habe niemals eine schönere Männerhand gedrückt und eine schönere Männerhandschrift gelesen. Seine Manuskripte waren Feste für die Notenstecher.“

Der Musikkritiker Max Kretschmar aus Baden-Baden berichtet 1897 über eine Begebenheit aus dem Leben Jensens:

„Als Jensen in Königsberg lebte, wurde seine Gefälligkeit zur Unterstützung hervorragender Künstler fast regelmäßig in Anspruch genommen. So sollte bei einem von der musikalischen Akademie veranstalteten Musikfest Jensen mit Rubinstein Schumann’s Variationen, op. 46, für zwei Klaviere spielen. In der Annahme, Rubinstein würde den Part des ersten Klaviers vortragen, spielte Jensen den Part des zweiten Klavieres durch. Rubinstein traf erst spät am Abend vor der Aufführung ein, am Vormittag darauf war Probe. Als Jensen darauf nach Hause kam, sagte er zu seiner Frau: „Denke Dir, Rubinstein spielt das zweite Klavier, was blieb mir übrig, ich musste das Erste nehmen! Zum rechten Probieren kam es übrigens gar nicht, wir haben nur die Tempi markiert.“ Das Mittagessen stand bereit, darnach ging es gleich fort zum Unterricht, dann eine halbe Stunde Zeit zur Toilette und Fahrt zum Concertsaal, im Wagen ein hastiges Überlesen der Noten. Vor Beginn des Stückes sah man Louis Köhler (den bekannten Musikpädagogen und Kritiker) an eine Säule gelehnt mit geschlossenen Augen dastehen; als das Stück unter rauschendem Beifall beendet war, trat er zu seiner Frau und sagte: ‚Ich habe mir alle Mühe gegeben, herauszuhören, wer von den beiden das erste oder zweite Klavier spielte, es ist mir nicht gelungen, aber das weiß ich, daß Rubinstein nie schöner spielte, als eben jetzt.‘“

Aus einem Brief von Hans von Bülow – einem der berühmtesten Dirigenten und Pianisten seiner Zeit – an Adolf Jensen:

„Ich möchte für die Welt da draußen verschollen und vergessen sein, Sie sollen ausnahmsweise immer wissen, wo ich bin. Übrigens, wenn Sie sich hätten auf’s Concertspielen verlegen wollen, so hätten Sie uns alle in die Tasche gesteckt.“

Adolf Jensen über Richard Wagner:

„Die Aufgabe des Hörens scheint mir hier eine so schwierige zu sein, daß ich mindestens drei Aufführungen für nöthig halte, um über das Ganze halbwegs in’s Klare zu kommen. – Mich erschöpfend über Wagner auszusprechen, wäre mir schriftlich ganz unmöglich. Das künstlerische Schaffen dieses Mannes beschäftigt mich seit langen Jahren und füllt mich ganz aus. Sein schöpferisches Wirken ist ein eminentes und stellt ihn an die Seite von Bach, Beethoven und Schumann. Auch war ihm, dem Starken, das Glück hold, so daß er praktisch in verrottete, unhaltbare Zustände reinigend und läuternd eingreifen konnte, was wir ihm hoch anrechnen müssen. Ich bewundere oft die unerhörte Großartigkeit seiner Gedanken, gehöre aber nicht zu den blinden Fanatikern. Seine Schwächen kenne ich nur zu gut. Sie sind mir äußerst fatal, ja kommen mir oft geradezu entwürdigend vor.“

1874

Richard Wagner baut kein Festspielhaus in Baden-Baden

Alles war vorbereitet in Baden-Baden für den Musentempel des großen Komponisten Richard Wagner. Der Stadtrat hatte bereits ein wunderbares Grundstück am Ufer der Oos bereitgestellt und wartete nur noch auf die endgültige Zusage des Meisters. Der Entschluss Ludwigs II, in Bayreuth ein Festspielhaus zu bauen, machte diesen Traum der Kulturstadt leider zunichte. Es sollte noch 130 Jahre dauern, bis Baden-Baden endlich ein Festspielhaus bekommt.

Richard Wagner

1873

Kein Märchen aus 1001 Nacht

Nassredin, der Schah von Persien, stiftet 120 Rubel für den Unterstützungsfonds des Orchesters.

Das war damals nicht unwichtig, denn ein Orchestermusiker verdiente damals etwa so viel wie ein Kutscher.

Blick auf das Kurhaus

1872

Johannes Brahms und Hans von Bülow ließen sich 1872 keines der Konzerte des Walzerkönigs in Baden-Baden entgehen. An einen Freund schrieb Hans von Bülow damals:

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„In Baden habe ich meine Station über Absicht ausdehnen müssen. Da war ein Zauberer, dem ich ganz einzige Kunstgenüsse zu verdanken habe. Sie erraten nicht, wen ich meine? Johann Strauss, betreffs dessen ich Brahms‘ sehr ernsthaft gemeinten Ausspruch an mich vollkommen kontrasigniere. Das ist einer meiner wenigen Kollegen (ja), vor denen ich ungeschmälerte Hochachtung haben kann… Von dem kann unsereins was lernen.“

Philharmonie Baden-Baden

1872

Johann Strauss kehrte in den Jahren 1872 und 1877 wieder an das Dirigentenpult des Orchesters zurück. Denkwürdiges Ereignis war ein Konzertprogramm, dessen Leitung in den Händen von Hans von Bülow und Johann Strauss lag. Neben seinen konzertanten Verpflichtungen lustwandelte Strauss an der Seite des deutschen Kaisers Wilhelm I, philosophierte wohl über die Eigenheiten amerikanischen Musiklebens und versprach dem Preussenkönig, seinen Lieblingswalzer „G’schichten aus dem Wienerwald“ demnächst wieder in das Programm zu nehmen.

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Dieser bedankte sich dann bei ihm auch mit der Verleihung des Roten Adlerordens. Am Ende der Baden-Badener Aufenthalte stand dann eine Einladung des kompletten Orchesters in den Gasthof „Löwenbräu“ durch den Walzerkönig, der für diesen Anlass einige Fässer Wiener Dreher Bier mitgebracht hatte. Der Raum hallte wider von Treueschwüren und Johann Strauss schrieb einen offenen Brief an die Musiker des Orchesters in Baden-Baden:

„Theure Kampfgenossen!

Bevor ich von hier scheide, drängt es mich, Ihnen zu wiederholen, daß ich durch Ihr liebenswürdiges Entgegenkommen, Ihren Eifer und Ihre Unermüdlichkeit, mit mir durch dick und dünn zu gehen, so innig erfreut war, daß mein Wirken mit Ihnen vereint zu meinen schönsten Künstlererinnerungen gehören wird. Dank Ihnen, meine lieben Kunstfreunde, meine wackeren Kämpen, herzinnigen Dank und herzlichstes Lebewohl!“

Die damalige Zeitung erinnert auch an die beiden letzten Konzerte von Strauss am 16. und 17. März 1977:

„Wir wissen wie gern selbst Richard Wagner in Wien seine Tänze unter seiner elektrisierenden Leitung hörte; wir erinnern uns, wie Hans von Bülow und Johannes Brahms 1872 allabendlich am Kiosk in Baden-Baden sich einfanden, wenn Johann Strauss auf dem Podium erschien. …Merkwürdig ist der Einfluss, den Johann Strauss auf die Mitwirkenden übt. Alle im Auge habend, alle befeuernd und belebend, wird das Orchester durch ihn gleichsam zu einem lebendigen Körper, den sein Wille so beherrscht, dass er jedem seiner Winke folgt. Alle Vortragsnuancen vor allem die originellen Rubatos erhalten auf diese Weise eine Präcision, die bei der Freiheit der Interpretation einen zündenden Eindruck macht. Das Publikum war unerschöpflich im Hervorrufen, Da Capo Verlangen und Rufen nach Extranummern. Zehn Piecen sollten an jedem Abend gespielt werden – aber 14 hörten wir im ersten und 16 im zweiten Concert, mehrere darunter noch repetiert. Von neuen Compositionen hörten wir 2 Nummern aus „Methusalem“, einen reizenden Walzer „O du schöner Mai“ und eine kecke Schnellpolka „Sapristi“, letztere wurde hier überhaupt zum ersten Mal aufgeführt und ist in Baden-Baden aus der Taufe gehoben worden…“ („Sapristi“ heißt heute „Banditengalopp“)

1872

Die Stadt Baden-Baden übernimmt das Orchester in ihre Trägerschaft

Der deutsch-französische Krieg führt zur Schliessung der Spielbank. Die Stadt Baden-Baden übernimmt das Orchester. So wird es das älteste kommunale Orchester Baden-Württembergs.

Johannes Brahms, Hans von Bülow und Johann Strauss, Sohn sind Gastdirigenten des 56 Musiker zählenden Ensembles.

Endlich ist das Kurhaus komplett beheizbar und öffnet sich ganzjährig seinen Gästen.

Am 29. August ist Johannes Brahms der Solist in Robert Schumanns Klavierkonzert und dirigiert seine A-Dur Serenade.

Am 1. Dezember findet das erste Konzert des jetzt städtischen Orchesters u. a. mit dem „Einzug der Gäste“ aus Wagners „Tannhäuser“ statt. Das war damals „Neue Musik“!

Johann Strauss (Sohn)

1871

Eine große Idee, Wagner in Baden-Baden

Richard Wagner ist erneut in Baden-Baden. Richard Pohl und Franz Liszt regen an, für den großen Komponisten ein eigenes Festspielhaus in Baden-Baden zu errichten.

Bürgermeister Gaus stellt ein wunderbares Grundstück für dieses Projekt zur Verfügung.

Der Weinbrennersaal um 1870

1871

Der Musikkritiker Richard Pohl berichtet über das erste Konzert des Walzerkönigs in Baden-Baden 1871:

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„…Das erste Concert, das unter Mitwirkung von Johann Strauß im Kiosk vor dem Conversationshause gegeben wurde, gestaltete sich für Baden-Baden zu einem förmlichen Feste… alles drängte nach dem Kiosk in einer Weise, dass man sich weder vor- noch rückwärts bewegen konnte, und die Vorsichtsregel, den Kiosk mit einer schützenden Barriere zu umgeben, völlig gerechtfertigt schien … Die mitwirkenden Künstler unseres trefflichen Orchesters empfanden das Belebende einer solchen Leitung vollkommen und gaben sich ihr so unbedingt hin, daß es eine wahre Freude wahr, ihnen zu folgen,… Die beliebten ‚Morgenblätter‘, die graziöse ‚Pizzikato-Polka‘, die reizenden ‚G’schichten aus dem Wienerwald’ und das feurige ‚Leichte Blut‘: der Beifall nach jeder Nummer war ein so endloser, daß wir anstatt vier, acht Nummern zu hören bekamen … die beiden Polkas wurden repetiert und der Komponist gab uns nach den Walzern noch seine berühmte ‚Annen-Polka‘ zum besten…“

31. Juli 1869

Jacques Offenbach dirigiert die Uraufführung der „Princesse de Trébizonde“

Wieder einmal in Baden-Baden, dieses Mal mit einer Uraufführung einer eigens für Baden-Baden komponierten Operette. Jacques Offenbach dirigiert.

Jacques Offenbach

Im Oktober 1868

„Opérettes d’Offenbach“ mit Jacques Offenbach in Baden-Baden

Ein richtiges Festival mit Operetten von Jacques Offenbach findet statt. Sicherlich ein heiter freches Amüsement mit Meisterwerken der leichten Muse.

Der Meister dirigiert übrigens selber.

Nächtliches Konzert im Konzertpavillon des Kurgartens

1866

Ein Deutsches Requiem

Johannes Brahms vollendet das „Deutsche Requiem“ in seiner Wohnung in Baden-Baden Lichtental.

Er schätzt hier die anregende Nachbarschaft von Waldeinsamkeit, Trubel und hochklassigen Konzertereignissen im Konversationshaus.

Und vielleicht auch das Gläschen Wein in den Lichtentaler Gasthöfen „Löwen“ und „Bären“.

Und sicherlich die enge Nachbarschaft zu Clara Schumann, die ein paar Häuser weiter ihren Wohnsitz hat.

Das Haus von Clara Schumann in Baden-Baden

1864

Richard Pohl

Richard Pohl, einer der renommiertesten Musikkritiker Europas und neben Franz Liszt vielleicht der engagierteste Wagnerianer seiner Epoche, wird Musikredakteur der hiesigen Lokalzeitung „Badeblatt“.

Der hochgeschätzte Literat und Musikkenner ist für viele Jahre der qualifizierte Chronist und Motor des Kulturgeschehens in Baden-Baden sein.

Ein Abend im Weinbrennersaal

1863

Das „Brahmshaus“ in Baden-Baden Lichtental

Schon 1863 mietete Brahms sich in ein kleines Häuschen auf einem Hügel in Lichtental in unmittelbarer Nähe von Clara Schumann ein. Das Gebäude ist heute als „Brahmshaus“ die letzte noch erhaltene Wohnstätte des berühmten Komponisten. Dort wohnte er bis 1873. Danach hielt er sich in bei seinen Aufenthalten in Baden-Baden in den Hotels (im Schloss Seelach und im Lichtentaler Hotel „Bären“) sowie in den Wohnungen von Freunden auf.

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Brahms komponierte in Baden-Baden viele seiner bekanntesten Werke:

Große Teile der 1. Sinfonie, die 2. Sinfonie, Teile des „Deutschen Requiems“, „Rinaldo“, „Triumphlied“, die Altrhapsodie, das Klavierquintett op. 34, das Horntrio op. 40, sein 2. Streichsextett G-Dur, die Cellosonate e-Moll, die Liebesliederwalzer, 5 Klavierstücke op. 76, Klaviervariationen op. 35, zahlreiche Lieder z.B. „Wie bist du meine Königin“, 15 Romanzen aus Tiecks „Magelone“, 12 Lieder und Romanzen op. 44.

Er dirigierte das Orchester einige Male. Beispielsweise am 29. August 1872 (A-Dur-Serenade und Klavierkonzert von Robert Schumann mit Brahms als Solist).

Der Musikkritiker Richard Pohl berichtet über diese Veranstaltung:

„Bei jeder Matinee für klassische Instrumentalmusik welche in den neuen Sälen stattfindet, ist der Andrang des Publikums neuerdings so groß, daß man glauben muss, es sei unmöglich, dass der Saal noch voller werden könne. Aber dennoch ist er das nächste Mal noch stärker besetzt. In unserer 11. Matinee hatte der Zudrang wohl seinen Gipfel erreicht. Kein Wunder, Johannes Brahms spielte und dirigierte, Johannes Brahms, der unter den jüngeren Komponisten der Gegenwart unbestritten den ersten Rang einnimmt. Rauschender Beifall folgte nach jedem Satz, mehrfach stürmischer Hervorruf ehrte den Meister nach Verdienst am Schluss.“

Vier Jahre später, am 13. Februar 1876, dirigierte Brahms die Philharmonie Baden-Baden u.a. in seinen Haydn-Variationen und bei einigen Ungarische Tänzen.

Ein Blick in die Wohnung von Johannes Brahms in Baden-Baden

1862

Das Theater wird eröffnet, Hector Berlioz dirigiert eine Uraufführung

Endlich – nach 8-jähriger theaterloser Zeit –  wird ein prachtvoller neuer Musentempel eröffnet. Hector Berlioz dirigiert vor einem illustren Publikum (George Bizet und Charles Gounod waren dabei) seine neue Oper „Béatrice et Bénédict“.

Der berühmte Giaccomo Meyerbeer – König der Pariser Oper – kann kein Hotelzimmer mehr bekommen und machte es sich schon auf einer Parkbank an der Lichtentaler Allee bequem. Quasi in letzter Sekunde fand sich ein netter Zeitgenosse, der dem berühmten Komponisten ein Zimmer in seinem Haus anbot.

Johannes Brahms ist zum ersten Male in Baden-Baden und wohnt hier in der Wohnung des weltberühmten russischen Pianisten und Komponisten Anton Rubinstein.

Und Clara Schumann konzertiert erstmals mit Solisten des Orchesters. Partner ist u.a. der Hornist Alphonse Stennebrüggen, „Professeur“ am Straßburger Konservatorium und Solohornist (Naturhorn!) des Orchesters. Clara Schumann wird mit ihren Kindern zehn Jahre lang in Baden-Baden Lichtental wohnen. Bis zu ihrem Tod kehrte sie fast alljährlich nach Baden-Baden zurück, um hier den Geburtstag ihrer Tochter zu feiern.

Hector Berlioz

1862

Die Uraufführung von „Béatrice et Bénédicte“ zur Eröffnung des neuen Theaters in Baden-Baden 1862

Berlioz komponierte nach Shakespeares „Much ado about nothing“ die Oper „Béatrice et Bénédict“ und führte diese am 9. und 11. August 1862 im neuen Theater vor einem internationalen Publikum auf.

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Berlioz schrieb nach der Premiere n seinen Freund Humbert Ferrand:

„Ich komme gerade aus Baden-Baden, wo meine Oper „Béatrice et Bénédict“ einen großen Erfolg hatte. Die französische, belgische und deutsche Presse waren sich darin einig. … Schade, dass Sie nicht da waren, dieser Abend hat mich an „L’enfance du Christ“ erinnert. Die Intriganten und Beleidiger waren in Paris geblieben. Eine große Anzahl von Schriftstellern und Künstlern hat allerdings die Reise auf sich genommen. Die Aufführung, die ich dirigierte, war wirklich exzellent; und Madame Charton-Demeur (Béatrice) hatte besonders wunderbare Momente sowohl als Sängerin als auch als Darstellerin. Und doch, können Sie sich vorstellen, ich litt an diesem Tag so sehr durch meine Neuralgie, dass ich mich für gar nichts interessierte, dass ich vor diesem russischen, deutschen und französischen Publikum mein Dirigentenpult ohne die geringste Erregung bestieg, und war es doch die erste Aufführung einer Oper, zu der ich selbst Text und Musik geschrieben hatte. Aus dieser bizarren Kälte meines Blutes resultierte, dass ich besser als gewöhnlich dirigierte. Bei der zweiten Vorstellung war ich noch mehr beeinträchtigt.

Benazet, der seine Angelegenheiten immer sehr großzügig handhabt, hat ein verrücktes Geld für die Kostüme, die Ausstattung, die Darsteller und Choristen dieser Oper ausgegeben. Er wollte sein neues Theater prachtvoll einweihen. Das hat hier ein höllisches Aufsehen erregt. … Sie würden lachen, wenn Sie die eloquenten Zoten lesen könnten, die die Kritik mir gewidmet hat. Man entdeckt, dass ich Melodie habe, dass ich fröhlich sein kann und sogar komisch. Die verwunderlichen Geschichten, verursacht durch „L’Enfance du Christ“ fangen wieder an. Sie haben bemerkt, dass ich keinen „Lärm“ gemacht habe, als sie gesehen haben, dass keine „Lärminstrumente“ im Orchester waren. Welche Geduld müsste man haben, wenn einem dieses alles nicht nicht egal wäre….“

Humbert Ferrand

1862

Benazet gab nach der Premiere ein Diner, bei dem neben einer internationalen Elite adeliger Gäste  die Komponisten Charles Gounod, Georges Bizet, Ernest Reyer anwesend waren. Jean-Baptiste-François (genannt Benoit) Jouvin – der Musikkritiker des „Figaro“ – berichtet von dieser denkwürdigen Zusammenkunft:

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„Im Jahre 1862 befand ich mich in einer Zahl wunderlicher Gläubiger, die an der deutschen Methode (Richard Wagners Musik) hing. Wie man sich denken kann, ging mir die Haltung dieser glühenden und überzeugten Sekte gegen den Sinn. Bei der Abendmahlzeit stellten dar: Berlioz den verehrten Nestor, Gounod den verschlagenen Odysseus, Ernest Reyer den rasenden Ajax und der Komponist der Perlenfischer Bizet den jungen aber trotzigen Achilles… Alle sangen übrigens mit Ausnahme von Berlioz … das Lob Wagners. Überzeugt, dass ein Glaube nach dem man nicht handelt gar kein Glaube ist, versuchte man mich zwischen Früchten und Käse in jenen Teil des „Hosianna“ einstimmen zu lassen, welchen der Komponist von „Béatrice et Benedict“ um jeden Preis vermieden hatte. Bizet glaubte mich durch eine fromme Lüge, die auf seinen Lippen brannte, zu fangen und sagte zu mir: „Sie lieben ja die Musik Verdis; nun wohl, Wagner ist Verdi mit Stil!“ Ich höre noch dieses verfängliche Wort und sehe den Luftsprung, welchen Reyer wegen dieses ruchlosen Vergleiches ausführte. Der Teufel würde sich in einem bis zum Rande gefüllten Weihwasserkessel wohler fühlen, als der Name Verdis auf den ungeduldigen Lippen Reyers. Dieser blitzte Bizet von der Seite an, welcher die Augen senkte und als Entschuldigung zu sagen schien: Im Interesse der guten Sache muss man ein wenig lügen.“

1862

Pauline Viardot-Garcia war als Sopranistin international ebenso erfolgreich wie ihre berühmte Schwester Maria Malibran. Von 1862 bis zum deutsch-französischen Krieg 1870 wohnte sie in Baden-Baden. Ihr Salon wurde in diesem Jahrzehnt zum Treffpunkt einer internationalen Elite aus Kunst und Politik. Ein lebendiges Bild von dieser Zeit geben uns die Memoiren des deutschen Geigers Hugo Heermann:

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„Durch Vermittlung Rossinis erhielt ich die Aufforderung, in einem der damals in bestem Ansehen stehenden Saisonkonzerte in Baden-Baden als Solist mitzuwirken. Um den Umfang meines Glückes, das mir durch dieses Engagement erwuchs, ermessen zu können, muß ich erwähnen, daß mein Vater, der seinen Direktorposten in Heilbronn vor kurzem aufgegeben, sich unterdessen mit meiner Mutter nach Baden-Baden zurückgezogen hatte. Die entzückende Bäderstadt bildete damals den Treffpunkt der bedeutendsten Diplomaten und Künstler wie den Lieblingsaufenthalt vieler Fürstlichkeiten und Millionäre. Kein Wunder, daß das dort sich abspielende internationale Leben an Brillanz von keinem anderen Badeort der Welt erreicht, geschweige denn übertroffen worden wäre.

Allerdings vollzog sich die mondäne Entwicklung Baden-Badens nicht nur aufgrund seiner berühmten Heilquellen und der Lieblichkeit seiner Schwarzwaldberge — die große Attraktion bildeten die Spielsäle des Kurhauses, in denen ein elegantes Publikum aus der ganzen Welt seiner Spielleidenschaft frönte. Der damalige Spielpächter hieß Benazet, Franzose von Geburt und in seiner Art ein genialer Mann. Seiner nie versagenden Phantasie gelang es, die ursprünglich stille Bäderstadt in einen Tummelplatz des Vergnügens umzuwandeln: Pferderennen, Bälle, Gartenfeste, Feuerwerk, Blumenkorso usw. lösten sich in rascher Folge ab.

Doch auch für Theateraufführungen und Konzerte ward bestens gesorgt. So erfuhr Berlioz‚ Oper ‚Beatrice und Benedict‘ in Baden-Baden durch Bénazet ihre Uraufführung unter Leitung des Komponisten. Während die lebenslustigen und eleganten Badegäste in den wohlgepflegten Gartenanlagen promenierten, fanden überdies alle zwei bis drei Wochen große Konzerte unter Mitwirkung bedeutender Solisten von internationalem Ruf statt. Zur Mitwirkung in einem solchen Konzert würdig befunden zu werden, galt daher schon an sich als Auszeichnung, um die man von den Kollegen beneidet wurde. Was dem Engagement noch erhöhten Reiz verlieh, war neben der Aussicht, einem internationalen Parkett von geistig oder gesellschaftlich Auserwählten gegenüberzustehen, nicht zuletzt, ich gestehe es offen, das geradezu fürstliche Honorar, das den Solisten freiwillig geboten wurde.

Damit aber nicht genug, fanden die Künstler und ganz besonders die hübschen Künstlerinnen bei dem nach dem Konzert stattfindenden Souper zu ihrer freudigen Überraschung unter ihrer Serviette ein Andenken, meistens in Edelsteinen, als Geschenk des Herr Benazet — leider hat sich dieser schöne Brauch nicht anderwärts eingeführt.

An der Spitze der Kunstgrößen, die sich in Baden-Baden im Laufe der Zeit angesiedelt hatten, standen meine beiden Protektorinnen Frau Clara Schumann und Frau Pauline Viardot-Garcia — im Verein mit meinen Eltern bestimmten mich diese beiden, hinzukommen und den ganzen Sommer in Baden-Baden zu bleiben. Gern willigte ich ein, denn der Umgang mit den beiden großen Künstlerinnen versprach mir viel Anregung, Belehrung und allgemeine Förderung — fast täglich kamen wir zusammen.

Im Hause der Frau Schumann lernte ich Brahms kennen, mit dem ich seine gerade vollendeten Klavierquartette in A-Dur und g-moll spielte.

Die Villa Viardot beherbergte das kostbare Manuskript von Mozarts ‚Don Giovanni‘ – wenn man darin Einsicht nahm, kam man aus dem ehrfürchtigen Staunen gar nicht heraus ob des beinahe gänzlichen Fehlens jeglicher ausgestrichenen oder radierten Note. Merkwürdigerweise hatte der Schatz lange unbeachtet zum Verkauf bei André in Frankfurt ausgestellt gelegen, Herr Viardot sah ihn zufällig. Da er im Augenblick nicht genügend Barmittel besaß, verkaufte er Juwelen, meistens Geschenke deutscher Fürstlichkeiten an Frau Viardot und erwarb das Manuskript.

Äußerst interessant war mir auch die Bekanntschaft des Hausfreundes der Familie Viardot, Iwan Turgenjew. Der große Dichter wirkte im Verkehr fast ein wenig schüchtern, denn er war sehr verschlossen und zurückhaltend, und sein ganzes Wesen war immer wie von leiser Melancholie überschattet. Doch konnte er auch sehr witzig und humorvoll sein und war nie ein Spaßverderber, wenn es der vielen Jugend im Hause Viardot darum zu tun war.

Auch in dem Musiksaal ihres Baden-Badener Heims hatte Frau Viardot sich wieder ihre geliebte Orgel einbauen lassen. … Als eines Tages ein alter Freund von Frau Viardot, der Kapellmeister Rietz aus Leipzig, bei ihr zu Besuch weilte, spielten wir mit ihm (er spielte Cello und Frau Viardot Klavier) das Es-Dur-Trio von Schubert. Wir waren gerade beim 3. Satz Menuetto angelangt, als der ebenfalls gerade zum Besuch in Baden-Baden anwesende intime Freund Schuberts, Franz Lachner, mit den Worten hereinstürzte: „Aber das ist ja viel zu schnell. An solches rasche Tempo hätte Schubert nie gedacht!“ Wir waren zuerst über den plötzlichen Einbruch etwas verblüfft, mußten aber bei dem folgenden Trio in As-Dur des Menuetto einsehen, wie sehr Lachner recht hatte. Durch eine Art Ländlertempo gewann die Wiedergabe des ganzen Satzes entschieden an Wirkung. So konnte ich im Kreise dieser einzigartigen Künstlerin sogar echteste Schubert-Tradition von den hierzu Berufensten kennenlernen — welch eine unendlich reiche Welt war dieses Baden-Baden der sechziger Jahre für den werdenden Künstler, gar nicht auszuschöpfen!

Es ist mir wie ein Traum, wenn ich Ludwig Pietsch‘s Holzschnitt einer Matinee bei Frau Viardot betrachte und mich selbst als Geiger auf dem Bilde finde neben Rubinstein am Flügel, Pauline Viardot an der Orgel und mitten in einem wahrhaft historisch gewordenen Kreis großer bedeutender Persönlichkeiten, die alle längst dahingegangen — eine ganz herrliche vergangene Zeitepoche! Auf dem Bilde lehnt Iwan Turgenjew neben der Orgel – wie oft habe ich den Dichter so erlebt. Einmal war er sofort in liebenswürdigster Weise bereit, den Blasebalg der Orgel zu treten, um mir Frau Viardots Orgelbegleitung zur Bachschen Chaconne (in der Bearbeitung von Mendelssohn) zu ermöglichen.

Mit Frau Schumann habe ich in Baden-Baden regelmäßig musiziert, besonders viel Kammermusik. Hierbei habe ich von der großen Künstlerin manchen ausgezeichneten Rat, auch in technischen Dingen, empfangen. Wir spielten die Schumannschen Violinsonaten zusammen — im Andante der a-moll-Sonate wollte sie die von Schumann angegebenen Bindungen besonders stark herausgearbeitet haben. Und wie herrlich anregend wurde es erst, als Brahms und Joachim ebenfalls in Baden-Baden eintrafen. Ich suchte für Brahms die Wohnung bei der Witwe Becker. Damals wurde auch Brahms‘ Doppelkonzert in Baden-Baden erstmals mit Joachim und Hausmann probeweise aufgeführt.“

1862

Richard Wagner in „Mein Leben“ über seinen Besuch in der Villa Viardot:

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„Besonders lästig war es mir, die lange Zeit in meinem Karlsruher Gasthof allein zuzubringen, als mir Marie Kalergis, soeben verheiratete Moukhanoff, welche sich zu meiner Freude ebenfalls eingefunden hatte, mit einer Einladung nach Baden-Baden, wo sie jetzt residierte, freundlich entgegenkam. Dort empfing mich meine Freundin sofort am Bahnhof, und bot mir ihre Begleitung nach der Stadt an, welche ich ablehnen zu müssen glaubte, da ich mich in meinem „Räuberhute“ nicht anständig genug ausnehmen dürfte; mit der Versicherung „Wir tragen hier alle solche Räuberhüte“, hing sie sich jedoch in meinen Arm, und so gelangten wir in die Villa der Pauline Viardot, wo wir das Diner einnehmen mußten, da meine Freundin in ihrem eigenen Haus noch nicht genügend eingerichtet war. An der Seite meiner alten Bekannten lernte ich den Dichter Turgenjew kennen; ihren eigenen Gemahl stellte mir Mme. Moukhanoff mit dem Bedenken darüber vor, was ich zu dieser Heirat sagen würde.

Sie bemühte sich, von ihrer welterfahrenen Umgebung unterstützt, während unseres Zusammenseins eine erträgliche Unterhaltung ins Werk zu setzen. Von der vortrefflichen Absicht meiner Freundin und Gönnerin sehr befriedigt, verließ ich für diesmal Baden, um meine Zeit durch einen kleinen Abstecher nach Zürich auszufüllen.“

1862

Auch Clara Schumann erinnerte sich glücklich an die Ereignisse im Hause der Viardots:

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„Frau Viardot hat 3 kleine Operetten geschrieben, wovon sie zwei mit ihren Kindern und Schülern aufgeführt hat. Ich habe beide Opern jede drei Mal gehört und immer mit derselben Freude. Mit welchem Geschick, feinsinnig, anmuthig, abgerundet das Alles gemacht ist, dabei oft amüsantester Humor, das ist doch wunderbar! Die Texte sind von Turgenjew, der auch mitspielte, und kaum hat sie das Alles aufgeschrieben, spielt es nur so aus Skizzen-Blättern und wie hat sie das einstudiert, die Kinder — wie sind sie bezaubernd, der Junge ein wahres Komiker-Genie! Überall in der Begleitung hört man die Instrumentation heraus — kurz, ich fand wieder bestätigt, was ich immer gesagt, sie ist die genialste Frau, die mir je vorgekommen, und wenn ich sie so sitzen sah am Clavier, das Alles mit der größten Leichtigkeit leitend, so wurde mir so weich um‘s Herz, und ich hätte sie vor Rührung an mich drücken mögen…“

1861

Hector Berlioz schreibt aus Paris am 29. Juni 1861 an seine Nichten:

Euer Vater muss Euch unbedingt im August mit nach Baden-Baden nehmen, denn wenn Ihr einmal da seid, werdet Ihr nicht mehr weg wollen. Es ist ein Garten, eine Oase, ein Paradies und wir werden für Euch am 26. August große Musik machen. Es ist nur eine kleine Reise, wenn man in Plombières les Bains ist und der Aufenthalt hier ist nicht teurer als anderswo. Wenn Ihr Blumen liebt, gibt es hier überall welche. Und welche Berge, welche Ruinen! Welche Landpartien! Und die Picknicks in der Ziegenfarm (Es gibt dort 70 weiße Ziegen) und immer dabei eine Gesellschaft von Parisern, Russen, Italienern, Deutschen, die mich darum bitten, Eure Bekanntschaft machen zu dürfen. Und die Schwefelbäder, die Euch in 5 Minuten Eure Gesundheit zurückgeben. Es ist beschlossen, Ihr kommt! Ihr werdet mir Eure Ankunft mitteilen und wir werden Euch bei der Eisenbahn abholen. Es wird da Bälle geben, die Euch den Kopf verdrehen; wenn Monsieur Bénazet (der Spielbankdirektor) hört, dass meine Nichten und mein Schwager in Baden-Baden sind, wird er diese zweifellos einladen; sogar zu den Aufführungen im ‘Salon Louis XIV ’, in dem es 48 Grad heiß ist. Aber Euch wird diese Temperatur nichts ausmachen. Wenn Ihr nicht kommt, schreibe ich Euch 60 Jahre nicht mehr. …“

23. Juli 1861

Attentat auf Kaiser Wilhelm I

An diesem Tag findet ein „Monstre-Concert“ mit drei Orchestern (Sinfonieorchester und zwei Militärkapellen) statt. Ein verdienter Name…

Und es gab in diesem Jahr ein glücklicherweise erfolgloses Attentat auf den treuen Baden-Baden Gast Kaiser Wilhelm I. Ein unerhörter Skandal, der das kaisertreue Städtchen erschütterte.

Attentat auf Kaiser Wilhelm I in der Lichtentaler Allee.

1860

Italienische Nacht am Konversationshaus

Unten sehen Sie eine „Italienische Nacht“ vor dem „Maison de Conversation“, dem heutigen Kurhaus. Man sehe und staune. Oben auf dem Dachfirst des Kurhauses, an den Regenrinnen und an Skulpturen im Kurgarten waren Gasleitungen und -lampen installiert, deren zauberhaftes Licht das ganze Areal in ein magisches Licht tauchte.

In den Bäumen, an der Oos (unserem kleinen Flüsschen) hingen zahllose Laternen usw. Natürlich spielte auch das Orchester. Man strömte nach Baden-Baden.

Heute nennt man so etwas „Event“.

Schön, dass es das nebenstehende Bild gibt.

"Italienische Nacht" vor dem "Maison de Conversation"

1859

Richard Wagner

Richard Wagner besucht die Kurstadt zum ersten Mal.

Im Juli Einweihung des neuen Musikpavillons im Kurgarten; das prachtvolle französische Bauwerk des Architekten Charles Polycarpe Séchan, der auch die Innenräume des Kurhauses neu gestaltete, hat bereits Gasbeleuchtung und wird über 60 Jahre (!) genutzt.

Berlioz dirigiert Teile seines Werkes „La Damnation de Faust“. Pauline Viardot Garcia ist die Solistin

Charles Gounod gastiert in Baden-Baden. Seine Oper „La Colombe“ wird – sechs Jahre vor der Premiere in Paris – in Baden-Baden uraufgeführt.

Der neue Konzertpavillon mit dem damaligen Orchester und Generalmusikdirektor Miloslaw Koennemann

1859

Für seine sehr speziellen Werkzusammenstellungen nutzte Berlioz das altfranzösische Wort „Festival“. Hier ein Programm aus dem Jahr 1859, das auch für heutige Maßstäbe höchst extravagant wäre:

  • Die vier ersten Teile der dramatischen Sinfonie „Romeo und Julia“
  • Eine Arie aus „La Cenerentola“ von Gioacchino Rossini mit Pauline Viardot-Garcia als Solistin
  • Klavierstücke von Ludwig van Beethoven gespielt von Théodore Ritter
  • Auszüge aus dem 1. Akt der „Trojaner“ /gesungen von Pauline Viardot-Garcia und Jules Lefort
  • Die Ouvertüre zu „Pardon de Ploërmel“ von Giacomo Meyerbeer
  • Eine Fantasie von François Schwab für Klarinette mit Henri Wuille, dem Soloklarinettisten des Orchesters
  • Das Duo aus dem 4. Akt der „Trojaner“ mit Pauline Viardot-Garcia und Jules Lefort
  • Eine „Melodie“ von Théodore Ritter mit dem Komponisten am Klavier und Jules Lefort als Sänger
  • 2 Stücke für Orgel von Alexandre (Solist war ein Herr Engel)
  • Ein russisches und ein französisches Lied mit Pauline Viardot Garcia
  • Und die Ouvertüre der Oper „La Vestale“ von Gaspare Spontini

1858

Aus einem Brief von Hector Berlioz an seine Schwester Adele vom 25. August 1958 aus Baden-Baden (In diesem Jahr standen die ersten vier Teile seiner dramatischen Sinfonie „Romeo und Julia“ auf dem Programm):

… Ich habe bereits acht Proben gemacht. Morgen um 6 Uhr nehme ich die 50 Musiker aus Baden-Baden für Proben mit den Musikern des Großherzogs und den Chören mit nach Karlsruhe. Übermorgen noch einmal, und am Freitag bringt mir der Kapellmeister aus Karlsruhe endlich seine Truppe für die elfte und letzte Probe um 11 Uhr in den Konzertsaal nach Baden-Baden. Um drei Uhr werde ich zurückkehren, mich ausruhen, um sieben aufstehen und das Konzert dirigieren. Was für ein Tag! Aber es geht.

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Wir haben mit viel Anstrengung „Romeo und Julia“ hochgebracht. Die Assistenten der Proben sagen, es wäre ein Wunder.

… Henri Litolff ist heute Abend angekommen. Außerdem hoffe ich, dass es hier in den nächsten fünf oder sechs Tagen keine Vergnügungsfahrt geben wird. Gestern musste ich zu einem Diner nach Rotenfels, so entkräftet wie ich war, und habe nach der Rückkehr 14 Stunden geschlafen. …

Aber was für eine köstliche Landschaft! Welche Berge! Welche Wälder! Welche grazilen Flüsschen! …

Ganz offen – davon sehe ich gar nichts, ich bin vollkommen in Shakespeares Werk durch ständige Beschäftigung mit dem Hören meiner Partitur fast jeden Tag, ich höre nichts außer meinen Rollen, die durch die Stimme des Orchesters singen, durch die Straßen gehe ich wie ein Schlafwandler, bin in Wirklichkeit im Garten der reichen Capulets und ich höre, wie Julia auf ihrem Balkon Romeo ihre herrlichen Geständnisse macht. Ich versichere Dir, teure Schwester, dass ich diese unsterbliche Szene auf eine Art übersetzt habe, die, wenn Du sie verstehen könntest, Deine Liebe zu mir noch vergrößern würde. Was für ein Unglück dass man nicht fähig ist, mehr als ein solches Werk im Leben zu erschaffen!! Ach, wenn Du jeden Morgen den Applaus des Orchesters hören könntest! …

Meine Sängerin (Anne Charton-Demeur), die heute Abend ankommt, singt die Arien sehr gut. … Ich hatte veranlasst, dass sie bereits in Paris probt.

Schließlich glaube ich, dass der Freitag ein ganz besonderer musikalischer Tag werden wird: ich habe vier Harfen, 28 Violinen und Orchester und Chor sind formidabel.

Denke am Freitag von 8 bis 11 Uhr abends an uns.

1857

Miloslaw Koennemann übernimmt das „Orchestre de la Conversation à Bade“

Aus dem ersten Dirigat wurde offenbar Liebe auf den ersten Blick. Miloslaw Koennemann – der Militärkapellmeister des Infanterieregimentes „Benedek in Rastatt beginnt seine mehr als drei Jahrzehnte dauernde Tätigkeit als Chefdirigent der Philharmonie Baden-Baden.

Miloslaw Koennemann

1856

Jacques Offenbach gastiert zum ersten Mal an der Oos, zunächst als Cellist, zusammen mit dem Pianisten und Dirigenten Hans von Bülow und dem Harfenisten Pollet.

Es gibt regelmäßig Konzerte zum Saisonhöhepunkt. Am 16. August erleben in Baden-Baden unter dem Dirigat von Hector Berlioz Teile der großen Oper „Die Trojaner“ ihre Uraufführung. Der französische Komponist wird über viele Jahre als künstlerischer Leiter der Baden-Badener Sommerfestspiele tätig sein. Solistin der Veranstaltung war die legendäre Sängerin Pauline Viardot Garcia, die bis zum unseligen deutsch-französischen Krieg in Baden-Baden wohnte.

Die renommierte „Militärkapelle von Karlsruhe und Rastatt“ des Rastatter Militärregimentes „Benedeck“ verstärkt den Baden-Badener Klangkörper bei besonderen Anlässen.

Pauline Viardot-Garcia

1. November 1854

Das „Orchestre de Conversation“ spielt erstmals ganzjährig

Man sieht es nicht, aber es ist wichtig. Endlich sind die größeren Säle im Kurhaus beheizbar. Folgerichtig ist ab sofort das ganze Jahr Saison und die Musiker des Sommerorchesters werden erstmals ganzjährig engagiert. Dieses Jahr darf man als Gründungsdatum der Philharmonie ansehen.

Das „Winterorchester“ besteht aus 16 Musikern, das „Sommerorchester“ ist entsprechend größer besetzt. In der Vorsaison gibt es an jedem Sonntag ein festliches Konzert im Konversationssaal, in der Hauptsaison täglich ein Abendkonzert. Außerdem spielt das Orchester bei den „Réunions-Bällen“ und gibt Sonderkonzerte. Bläser des Klangkörpers spielen jeden Morgen um sieben Uhr im unteren Teil des Kurgartens bei der Trinkhalle für die Gäste, die dort allmorgendlich ihrer Gesundheit mit einer Trinkkur einen Gefallen tun. Im Sommer gibt es am Tag 4 Konzerte. Das ist eine ganze Menge mehr, als man heute gut findet.

Auftritt des Winterorchesters im Florentinersaal des Kurhauses

3. September 1853

Aus einem Brief an Franz Liszt vom 3. September, 1853 aus Paris:

Das Konzert im letzten Sommer in Baden-Baden war brillant, die Ausführung stark zufriedenstellend, viel zu viel Publikum für den Saal. … Ich werde Dir sagen, dass unsere zwei Akte aus dem „Faust“ dreimal ohne Sprünge gespielt wurden und die „fugue sur amen“ sich alle Herzen erobert hat. …
Ich habe die Prinzessin von Preußen gesehen. Sie hat mir von Dir mit höchstem Interesse und mit ihrem exquisiten Charme erzählt. …
Ich weiß, dass Du mit den Künstlern aus Karlsruhe zufrieden bist, wenn Du aber eine unvergleichliche Posaune, ein Horn und eine Trompete benötigen solltest, vergiss nicht die Herren Rome, Baneux und Adolphe Arban, die in Benazets Orchester in Baden-Baden sind.

Auftritt des Winterorchesters im Florentinersaal des Kurhauses

11. August 1852

Hector Berlioz, über Jahrzehnte Leiter der Sommerfestspiele.

Hector Berlioz dirigiert in Baden-Baden erstmals eines seiner großen Konzerte mit weit über 100 Mitwirkenden – er selber prägte dafür den Begriff „Festival“ – in Baden-Baden.

Die Innenräume des Konversationshauses werden großzügig neu gestaltet.

Das Theater im Haus muss dem Platzbedarf des Spielcasinos weichen. Für einige Jahre hat Baden-Baden kein Theater.

Der Mond über dem "Maison de Conversation"

1850

Ein Trompetenvirtuose als Star des Orchesters

1850 übernimmt der Violinsolist und Kapellmeister Eychler den Dirigentenstab.

Jean-Baptiste Arban, jetzt der berühmteste Trompetenvirtuose seiner Zeit und „Professeur“ mit eigenem Orchester in Paris, ist über viele Jahre Mitglied und Solist des Orchesters.

Jean Baptiste Arban

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